Wer die Außenwand eines Altbaus dämmen und dabei einen nicht brennbaren Dämmstoff einsetzen möchte, sollte sich Steinwolle ansehen. Sie gehört zur Mineralwolle und lässt sich mit einem geeigneten Wärmedämmverbundsystem (WDVS) unter Putz einsetzen. Wie dick die Dämmung werden sollte und welche Anschlüsse angepasst werden müssen, hängt von Ihrem Gebäude ab. Stuckateurmeister Michael Hein erklärt, worauf es bei der Planung und Ausführung ankommt.
Was ist Mineralwolle und welche eignet sich für die Fassade?
Mineralwolle ist der Oberbegriff für Steinwolle und Glaswolle. Beide bestehen aus mineralischen Fasern, zwischen denen Luft eingeschlossen ist. Das bremst den Wärmetransport. Bei verputzten Fassaden kommen häufig dafür vorgesehene Steinwolleplatten oder -lamellen zum Einsatz. Welche Platte passt, ergibt sich aus den Vorgaben des jeweiligen WDVS. Eine Dämmmatte für das Dach lässt sich daher nicht einfach an die Putzfassade übernehmen.
Vorteile und Grenzen von Steinwolle an der Fassade
- Wärmeschutz. Eine außenliegende Dämmschicht reduziert den Wärmeverlust durch die Außenwand. Wie viel Heizenergie Sie insgesamt sparen, hängt auch von Fenstern, Dach, Heizung und Nutzung ab.
- Brandschutz. Viele Steinwolle-Fassadenplatten sind als nicht brennbar klassifiziert. Für die Fassade zählt die nachgewiesene Einstufung des gesamten WDVS einschließlich Putzaufbau und Befestigung.
- Diffusionsoffenheit. Steinwolle lässt Wasserdampf vergleichsweise gut hindurch. Ob die Wand Feuchte sicher abgeben kann, hängt vom gesamten Schichtenaufbau und den Anschlüssen ab. Durchfeuchtete Wände brauchen vor der Dämmung eine Ursachenklärung.
- Aufwand und Kosten. Steinwolle kann gegenüber EPS höhere Material- und Verarbeitungskosten verursachen. Für einen fairen Vergleich sollten beide Angebote denselben Wärmeschutz und dieselben Anschlussarbeiten abdecken.
Wie wirkt sich Steinwolle auf den Schallschutz aus?
Steinwolle kann den Schutz vor Straßenlärm verbessern, wenn Platte und Putzaufbau akustisch zur Bestandswand passen. Eine pauschale Verbesserung in Dezibel lässt sich aus der Materialwahl nicht ableiten. Entscheidend sind unter anderem die dynamische Steifigkeit der Platte, also wie stark sie bei Schwingungen nachgibt, die Masse des Putzes und die Befestigung. Bei einer lauten Straße sollten Fenster, Rollladenkästen und Lüftungsöffnungen mit betrachtet werden. Über diese Bauteile kann weiterhin viel Lärm in den Raum gelangen.
Welche Umweltwirkungen hat Steinwolle?
Für Steinwolle werden mineralische Rohstoffe bei hohen Temperaturen geschmolzen. Das benötigt Energie. Je nach Produkt können auch aufbereitete mineralische Stoffe in die Herstellung eingehen. Während der Nutzung kann die Dämmung den Heizbedarf senken. Beim späteren Rückbau hängt die Verwertung davon ab, wie sauber sich die Steinwolle von Putz und Kleber trennen lässt und welche Rücknahme- oder Verwertungswege verfügbar sind.
Eine Umweltproduktdeklaration für ROCKWOOL-Steinwolle (öffnet eine fremde Website) zeigt, welche Daten Hersteller für Produktgruppen ausweisen. Für eine konkrete Bilanz ist die zur gewählten Fassadenplatte passende Deklaration maßgeblich.
Fachgrundlage: Studie des Umweltbundesamts zu Wärmedämmverbundsystemen, unter anderem zu Ökobilanz, Rückbau und Recycling (öffnet eine fremde Website).
Welche Dämmplatten verarbeitet Gipser Hein?
Für die Fassadendämmung mit Mineralwolle verwenden wir ROCKWOOL Steinwolle-Dämmplatten von der ROCKWOOL Wall Systems GmbH. Das Unternehmen hieß früher HECK Wall Systems GmbH. Welche Dämmplatte und Dämmstärke zum Gebäude passen, klären wir bei der Planung. Kleber, Befestigung, Armierung und Oberputz richten sich nach den Vorgaben des jeweiligen Wärmedämmverbundsystems.
So ist ein WDVS mit Mineralwolle aufgebaut
- Bestandswand und Untergrund. Mauerwerk oder Beton und vorhandenen Altputz auf Tragfähigkeit, Schäden und Feuchtigkeit prüfen. Lose Schichten entfernen und den Untergrund vorbereiten.
- Klebemörtel und Steinwolleplatten. Die Fassadenplatten im Verband befestigen. Verklebung, gegebenenfalls Verdübelung und Befestigungsmittel richten sich nach System und Untergrund.
- Armierung. Armierungsmörtel und eingebettetes Gewebe bilden den Untergrund für den Oberputz. An Fenster- und Türecken ergänzen systemgerechte Gewebestreifen die Flächenarmierung.
- Oberputz und gegebenenfalls Anstrich. Der abgestimmte Putzaufbau schützt die Fassadenfläche vor Witterung und bestimmt ihre Struktur und Optik.
Besonders wichtig sind Fensterlaibungen, Fensterbänke, Dachüberstände und der Sockel. Eine breitere Fensterbank muss zum Beispiel Regenwasser sicher vor die neue Fassadenfläche ableiten. Im Spritzwasserbereich und am Übergang ins Erdreich braucht es dafür geeignete Sockel- oder Perimeterlösungen.
Wie Mineralwollplatten an einer Fensterlaibung aussehen, zeigt ein Baustellenfoto auf unserer Leistungsseite zur Fassadendämmung in Stuttgart. Das Foto stammt von unserem Altbauprojekt in der Reinsburgstraße in Stuttgart-West.
Welche Dämmstärke passt zum Altbau?
Ob beispielsweise 16, 20 oder 22 cm Mineralwolle sinnvoll sind, ergibt sich aus der vorhandenen Außenwand, dem Dämmstoff, dem angestrebten U-Wert und den baulichen Anschlüssen. Der U-Wert beschreibt den Wärmeverlust durch die gesamte Wand. Je kleiner er ist, desto weniger Wärme geht bei gleicher Temperaturdifferenz über die Wand verloren.
Eine 20 cm dicke Platte mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K) hat rechnerisch einen Wärmedurchlasswiderstand von rund 5,7 m²·K/W. Das ist der Wert der Dämmschicht. Für den U-Wert kommen die übrigen Wandschichten und die Wärmeübergänge hinzu. Wenn bei Ihnen ohnehin neue Fenster oder Arbeiten am Dach anstehen, lassen sich Laibungen, Fensterbänke und Dachanschlüsse gemeinsam planen.
Was kostet eine Fassadendämmung mit Mineralwolle?
Als Richtwert rechnen wir mit ca. 70 €/m². Bei 200 m² zu dämmender Fassadenfläche ergibt das ca. 14.000 € für diesen Arbeitsschritt.
| Dämmstoff | Richtwert je m² | Beispiel 200 m² |
|---|---|---|
| Mineralwolle | ca. 70 €/m² | ca. 14.000 € |
Richtwerte, Stand November 2026. Ob inklusive oder zuzüglich 19 % Mehrwertsteuer: noch zu bestätigen.
Der Richtwert gilt für das Verkleben der Dämmplatten und gegebenenfalls das Verdübeln. Gerüst, Untergrundvorbereitung, Anschlüsse, Armierung, Oberputz und Anstrich werden gesondert kalkuliert. Für die gesamte Fassadendämmung erstellen wir ein Angebot auf Grundlage der Besichtigung.
Sie möchten wissen, wie sich die Kosten und Eigenschaften unterscheiden? Zum Vergleich von EPS und Mineralwolle oder direkt zum Ratgeber über EPS-Dämmplatten.
Fassadendämmung in Stuttgart und Umgebung anfragen
Sie möchten wissen, ob Steinwolle zu Ihrem Ein- oder Mehrfamilienhaus passt? Bei der Besichtigung schaut sich Stuckateurmeister Michael Hein die Fassade, den Sockel und die Fensteranschlüsse an. Für die erste Einschätzung helfen uns die Objektadresse, Fotos der Fassadenseiten und Angaben zu geplanten Fenster- oder Dacharbeiten.
Fassadendämmung bei Gipser Hein anfragen →
Zum Weiterlesen eignet sich der Überblick der Verbraucherzentrale zur Fassadendämmung (öffnet eine fremde Website). Details zu den Systemvarianten finden Sie in der Systemübersicht von ROCKWOOL Wall Systems (öffnet eine fremde Website).
